Berufs- und Studienorientierung

Mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe hat für die Schülerinnen und Schüler der Bachgauschule die letzte Phase ihrer Schulzeit begonnen. In dieser Phase werden i. d. R. viele Weichen gestellt und wichtige Entscheidungen für die anschließende Berufs- und Studienwahl getroffen.
Für zahlreiche Schülerinnen und Schüler ist dies ein eher schwieriger Prozess, denn die Fülle an Ausbildungs- und Studiengängen stellt sich oftmals als äußerst unübersichtlich oder gar überfordernd dar.
Erschwerend hinzu kommen die mangelnde Lebenserfahrung der jungen Menschen und die verbreitete Schwierigkeit, die eigenen Kompetenzen adäquat einschätzen zu können.
Studien belegen, dass das soziale Umfeld, d.h. Familie, Freunde und somit auch die schulischen Impulse bei der Berufs- und Studienwahl eine bedeutende Rolle einnehmen. Dieser Verantwortung wollen wir als Schulgemeinde gerecht werden.
Wohlwissend, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler in erster Linie auf das erfolgreiche Bestehen der Abiturprüfung vorbereiten, möchten wir auch den Prozess der Berufs- und Studienorientierung durch verschiedene Angebote fördern und begleiten, sodass die Schülerinnen und Schüler unsere gymnasiale Oberstufe mit einer konkreten Zukunftsperspektive verlassen können.
Wir möchten hierbei auch auf die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler bzgl. Genderaspekt, Migrationshintergrund, Lerneinschränkungen und / oder Behinderungen Rücksicht nehmen.
Der Erlass zur Ausgestaltung der Berufs-und Studienorientierung vom 08. Juni 2015 (ABl. 7/15) dient uns als Grundlage für die Wahl unserer Angebote, Maßnahmen und Ziele.
In der folgenden Übersicht stellen wir unserer Schülerschaft und den Eltern die einzelnen Bausteine vor, die wir per Gesamtkonferenzbeschluss als verbindliche Teile einer fächerübergreifenden, strukturierten und zielführenden Berufs-und Studienorientierung an der Bachgauschule erachten.

Der Berufs- und Studienorientierungsprozess an Bachgauschule beruht auf den folgenden Maßnahmen und Angeboten :
1) während der gesamten Verweildauer in der Oberstufe :
* regelmäßiges (d. h. alle 2 Monate), individuelles Beratungsangebot der Agentur für Arbeit zu Berufs- und Studienmöglichkeiten nach dem Abitur (Sprechstunden nach Anmeldung)
* verbindliche Themen- und Studienfach-orientierte Exkursionen in den Unterrichtsfächern (z.B. Biologie-Leistungskurs > Uni Heidelberg, Profilkurs Erdkunde > Uni Frankfurt, PoWi > Hessischer Landtag)
* Erarbeitung von diversen Präsentationen unter Verwendung diverser Präsentationstechniken (Powerpoint etc.) in Leistungskursen und Grundkursen
* verbindliche Teilnahme an jahrgangsübergreifenden Vortragsveranstaltungen durch externe Kooperationspartner (z.B. Fachhochschule Aschaffenburg)
* freiwillige Teilnahme an Praxistagen in den MINT-Fächern in Zusammenarbeit mit externen Partnern (Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, Verbände, TU Da)
* 1 beauftragte Lehrkraft (BSO-Koordinatorin) als permanente Ansprechpartnerin für Schülerinnen und Schüler, Schulleitung, Kollegium, Eltern und Verantwortliche für die Umsetzung der einzelnen Bausteine
* regelmäßige, aktualisierte Auslage von Infomaterialien zur Berufs- u. Studienorientierung
* Angebote im Rahmen des Kulturprofils (z.B. Besuch hinter den Kulissen des Staatstheaters)

2) während der Einführungsphase :
* Methodentage zum Erlernen von standardisierten Präsentationstechniken u. ä.
(z.B. bei Tutorin / Tutor)
* verbindliche Vortragsveranstaltung für gesamten Jahrgang zu möglichen Abschlüssen und beruflichen Perspektiven: „Wege nach dem Abitur“ (Agentur für Arbeit)
* Elterninformationsabend zu Berufswegen nach der Schule (Agentur für Arbeit)
* ganztägiges Bewerbungstraining durch externe Kooperationspartner
(z.B. Sparkasse / Volksbank)
* verbindliche Teilnahme an einem zweiwöchigem Berufspraktikum (evtl. auch im Ausland),
Vor- und Nachbereitung erfolgt im PoWi-Unterricht (=Leitfach gemäß Erlass), die verpflichtende Erstellung eines Praktikumsberichts bzw. medial-unterstützten Vortrags erfolgt nach vorgegebenen Kriterien (vgl. „Leitfaden zum Berufspraktikum“ Aktualisierung auf der Homepage)
* Teilnahme an einem Online-Selbsteinschätzungs-Test (im Rahmen des PoWi-Unterrichts)

3) während der Qualifikationsphase :
* verbindlicher Besuch der Hochschul- und Berufsinformationstage (HOBIT) in Darmstadt
* themenorientierte Informationsveranstaltung der Agentur für Arbeit zur Vorbereitung der HOBIT (verbindlich)
* individueller Besuch von lokalen Ausbildungsmessen und ähnlichen Angeboten
(z. B. Ausbildungsinfotag, IHK-Speed-Dating etc.) nach Antrag auf Befreiung vom Unterricht
* Vorstellung diverser Berufsfelder durch Ehemalige und Eltern
* spezielle Informationsveranstaltung der Agentur für Arbeit für Schülerinnen und Schüler mit Interesse am Berufsfeld Medizin
Die einzelnen Termine der o. g. Bausteine sind dem jeweiligen Jahresarbeitsplan zu entnehmen.

Für die erfolgreiche Umsetzung und Fortentwicklung dieses Curriculums zur Berufs- und Studienorientierung erachten wir eine kontinuierliche Fortbildung unserer Kolleginnen und Kollegen, eine konstruktive Zusammenarbeit und der regelmäßige Austausch mit unseren Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern und allen anderen am BSO-Prozess beteiligten Partnern als unerlässlich.
Das vorliegende BSO-Curriculum wurde von der Gesamtkonferenz und der Schulkonferenz am 29.11.2017 bzw. 14.12.2017 genehmigt.