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Offenbach-Post, 02.09.2020

Oberstufen-Gymnasium mit neuer Führung

Anja Heimer ist die neue Leiterin der Bachgauschule in Babenhausen

Anja Heimer ist die neue Leiterin der Bachgau-Schule in Babenhausen. © Norman Körtge

Die neue Schulleiterin am Bachgaugymnasium in Babenhausen ist eine alte Bekannte. Bereits im Schuljahr 2015/16 war sie als kommissarische Leiterin dort tätig. Nun ist sie gekommen, um zu bleiben.

Babenhausen – Ihren Einstieg als neue Schulleiterin am Bachgaugymnasium hat sich Anja Heimer sicherlich anders vorgestellt. Die Coronavirus-Pandemie lässt etwa keine Willkommensfeier zu. Vielmehr muss gleich in einer Art Krisenmodus gearbeitet werden. Da ist es sicherlich hilfreich gewesen, dass Heimer keine Unbekannte an der Schule ist. Denn es ist ein Wiedereinstieg – bereits im Schuljahr 2015/16 war sie für ein Jahr kommissarische Schulleiterin, damals noch mit dem Nachnamen Krapp. Ein in Babenhausen nicht seltener Name. 15 Jahre hat sie in der Gersprenzstadt gelebt. Mittlerweile ist sie ins benachbarte Groß-Umstadt gezogen. Der neue Wohnsitz ist auch der Grund, warum die 46-Jährige nach zweieinhalb Jahre als Leiterin des Rudolf-Koch-Gymnasiums in Offenbach überhaupt nach Babenhausen zurück gekehrt ist. „Ich habe nun etwas Distanz“, berichtete sie und meint damit, dass sie nicht in der Stadt leben möchte, in der sie als Schulleiterin arbeitet. Mit „Ich komme nach Hause zurück“ beschreibt sie das Gefühl, mit wie viel Vorfreude sie die Stelle an der Bachgauschule angetreten hat. Die Lehrerin für Mathematik und Biologie macht das unter anderem an der Größe der Schule fest. Sie sei wie „ein kleines Familienunternehmen“, in dem eine familiäre und fürsorgliche Stimmung herrsche.

Etwa 400 Schüler zählt die Einrichtung in diesem Jahr, 140 Neue haben sich an dem Oberstufen-Gymnasium nach den Sommerferien auf den Weg zum Abitur gemacht. Kein Vergleich zur Größe der Alfred-Delp-Schule in Dieburg, auf der sie vor 2015 als stellvertretende Schulleiterin arbeitete. „Kommunikation, Transparenz und Wertschätzung“ hat sie sich selbst als Leitlinien für ihre Arbeit an der Schule vorgegeben.

Am Bachgaugymnasium reize die dreifache Mutter – ihre Kinder sind 16, 15 und zwölf Jahre alt – auch die Nähe zu Bayern. Eine Vielzahl der Schüler komme dank der guten Zugverbindung über die Landesgrenze nach Babenhausen. Da in Bayern mehr Wert auf die schriftlichen Arbeiten gelegt werde, in Hessen allerdings die mündliche Mitarbeit viel stärker ins Gewicht falle, könnten sich die Schüler in der Einrichtung an der Martin-Luther-Straße ganz anders präsentieren.

Daher liegt es Heimer auch am Herzen, dass bereits gute Kultur-Schulprofil weiter zu schärfen und zu erweitern. Die Schüler sollen die Vielfalt der Kultur und Kulturen kennenlernen: Dazu zählt sie nicht nur Museen, Theater und das Schreiben, sondern eben auch die Menschen.

Die Corona-Pandemie hingegen hat ein weiteres Vorhaben weiter in den Mittelpunkt gerückt: die Digitalisierung. Ein Thema, das Heimer sowieso schon auf der Agenda hatte. „Wir können die Schüler nicht in eine digitale Welt entlassen, ohne ihnen Grundfertigkeiten dazu vermittelt zu haben“, sagt sie. Um bei einem coronabedingten weiteren Lockdown schnell reagieren zu können, möchte sie außerdem möglichst schnell Pläne für Homeschooling in der Schublade haben.

Gerne hätte sie solche auch für ein schon länger drängendes Problem: Raummangel. „Wir sind absolut voll“, sagt Heimer. Wann und wie etwa mit Containern Abhilfe geschaffen werden kann, stehe noch nicht fest. Es laufe auf ein Gesamtkonzept mit der benachbarten Schule im Kirchgarten heraus, berichtet die Schulleiterin. Neben Klassen-, fehle es auch an Büroräumen. Handlungsbedarf sieht sie auch beim Schulsport. Das Gelände am Ostheimer Hang sei derzeit fürs Sport-Abitur nicht geeignet.

(Von Norman Körtge)